Systemergonomie / Balanced Human Systems Integration (WS)

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Master
Semester:
Wintersemester
Dozent:
Professor Frank Flemisch
Sprache:
Deutsch

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Team Systemergonomie

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Inhalt

Im 21. Jahrhundert, in dem die Technik und Systeme aus Mensch, Technik, Organisation und Umwelt immer komplexer werden, wird es zunehmend wichtig, technische Perspektiven systematisch mit dem Blick auf Mensch, Technik und Organisation zu verbinden. Der Schlüssel dazu ist die konsequente Einbeziehung der Systemwissenschaft in Form von Human Systems Integration:

Human Systems Integration (HSI) ist die interdisziplinäre Wissenschaft von der Gestaltung und Entwicklung soziotechnischer Produkte und Systeme auf der Basis von Human Factors, Systems Science und Systems Engineering. Das Ziel von Human Systems Integration ist die erfolgreiche Integration von Menschen, technischen (Teil-)Systemen, Organisationen und der Umwelt. Der Ursprung von HSI lässt sich auf die NASA zurückführen und wird heute zunehmend in verschiedenen, vor allem sicherheitskritischen Bereichen wie der Automobil-Industrie oder Luftfahrt eingesetzt.

Ziel

Die Balanced Human Systems Integration legt dabei besonderen Wert auf einen ganzheitlichen und ausbalancierten Ansatz. Ganzheitlich bedeutet für uns, bei der Gestaltung eines soziotechnischen Systems im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen alle wichtigen Interessen und Faktoren, einschließlich der Auswirkungen auf die einbettenden Systeme (z. B. das Ökosystem), angemessen zu berücksichtigen. Ausbalanciert bedeutet für uns, dass mögliche/potentielle Spannungsfelder (wie z. B. Mensch, Technik, Organisation, Umwelt, subjektive Einschätzungen und objektive Leistungsmaße oder zunächst diametrale Systemeigenschaften wie Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Akzeptanz) von einem Problem- zu einem Lösungsraum aufgespannt, überbrückt und ausbalanciert werden, sodass für alle Stakeholder insgesamt ein kohärentes und gutes soziotechnisches System entsteht.

Lehr- und Lernmethode

Die Vorlesung besteht aus zwölf Vorlesungseinheiten, ergänzt durch eine praktische Projektübung. Die Vorlesung beginnt mit einem historischen Überblick über die Wissenschaft, das Handwerk und die Kunst des Systemdesigns. Es folgen die Grundlagen der Systemwissenschaft und des Systems Engineerings sowie die physiologischen und psychologischen Eigenschaften des Menschen, die für die Systemgestaltung am wichtigsten sind. Neben der Behandlung wichtiger Systemqualitäten wie Performance, Sicherheit, Akzeptanz und Robustheit bzw. Resilienz befasst sich der zentrale Teil der Vorlesung sowie die Übung mit der Herangehensweise an die Gestaltung von Mensch-Maschine-Systemen in den Phasen Analyse, Requirements Engineering, Design inkl. Kooperations-, Interaktions- und Interfacedesign, Implementierung inkl. Rapid Prototyping und Verbindungen zum Concurrent Engineering und schließlich mit Evaluation und Test inkl. Usability Assessment. Der Vorlesungsstoff wird zusätzlich mit aktuellen Beispielen aus der Verkehrs-Systemtechnik, der Luft- und Raumfahrt sowie der Produktion illustriert. Im Anschluss ermöglicht die Projektübung das Entwerfen und Testen kleinerer Mensch-Maschine-Systeme in einer simulierten Umgebung.

Die Module der Vorlesung setzen sich wie folgt zusammen:

  • Einführung
  • Grundlagen der Systemwissenschaft
  • Das System Mensch: Modalitäten der Interaktion
  • Das System Mensch: Gehirn
  • Soziotechnische Systeme
  • Gestaltungs- und Entwicklungsprozess von Mensch-Maschine-Systemen
  • Analyse von Mensch-Maschine-Systemen
  • Systemqualitäten und Anforderungen
  • Interaktionsdesign
  • Implementierung von Mensch-Maschine-Systemen
  • Evaluation von Mensch-Maschine-Systemen
  • Ausblick: Zukunftsszenarien der Human Systems Integration