ADiTPro²

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Ausbildende qualifizieren für die Digitale Transformation: Gestalten von industriellen Prozessen und Produkten als Gegenstandsbereich der beruflichen Bildung

 

Steckbrief

Eckdaten

Laufzeit:
01.10.2017 bis 29.02.2020
Forschungsbereich:
Aus-, Fort- und Weiterbildungskonzepte für gewerblich-technische Domänen
Status:
Abgeschlossen

Weitere Informationen

Kontakt

Name

Martin Frenz

Abteilungsleitung Bildung für technische Berufe

Telefon

work
+49 241 80 99480

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Kurzbeschreibung

Im Projekt ADiTPro² wurde ein Qualifizierungskonzept für Ausbilderinnen und Ausbilder sowie ausbildende Fachkräfte in gewerblich-technischen Berufen zur Gestaltung industrieller Prozesse und Produkte als Gegenstandsbereich der beruflichen Bildung entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Ziel war es, das Ausbildungspersonal für eine zukunftsorientierte Ausbildung im Zuge der digitalen Transformation zu qualifizieren.

Herausforderungen

Im Kontext der digitalen Transformation liegt ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg von KMUs des produzierenden Gewerbes in der Gestaltung effektiver und effizienter Produktionsprozesse. Dadurch werden Aufgaben der Produktionsorganisation, wie die Gestaltung und Optimierung von Fertigungsprozessen, auch für Fachkräfte auf unterschiedlichen Qualifikationsniveaus bedeutsamer. Auf diese neuen Anforderungen sollten angehende Fachkräfte bereits im Rahmen ihrer beruflichen Erstausbildung im Betrieb vorbereitet werden.

Zielsetzung

Das Projekt ADiTPro² hatte zum Ziel, Ausbildende und ausbildende Fachkräfte auf die digitale Transformation vorzubereiten, welche sich auch in einer veränderten Arbeitswelt und entsprechend veränderten Anforderungen an die Fachkräfte niederschlägt. Ausbilderinnen und Ausbilder sollten daher im Zuge des Projektes die Produktions- und Produktentwicklungsprozesse des eigenen Unternehmens kennen, verstehen, dokumentieren und mitgestalten lernen. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil war die Befähigung der Ausbilderinnen und Ausbilder, neue Ausbildungskonzepte unter Berücksichtigung dieser Produktionsprozesse zu entwickeln und diese mithilfe neuer digitaler Medien umzusetzen.

Vorgehen

Während eine Reihe neuerer Studien die veränderten Anforderungen an Fachkräfte in der Produktion untersuchte und Konsequenzen für Berufsbilder und Ordnungsmittel ableitete (z. B. Windelband 2016 für die M+E-Industrie), lagen zum Startzeitpunkt des Projektes keine Studien vor, die die Konsequenzen einer Industrie 4.0 für das Anforderungsprofil des Ausbildungspersonals in der gewerblich-technischen Berufsbildung untersuchten. Daher wurde zunächst ein Konzept für eine Anforderungsanalyse in zwei Bereichen entwickelt. Zum einen sollten Anforderungen an die Fachkräfte in der Produkt- und Prozessgestaltung in den Fokus genommen werden, zum anderen die Anforderungen an Ausbildungskonzepte sowie das Ausbildungspersonal. Die veränderten Anforderungen an das betriebliche Ausbildungspersonal wurden im ersten Schritt über die Neuerungen, die sich aus der Änderungsverordnung für die industriellen Metall- und Elektroberufe ergaben, systematisiert. Anschließend wurde ein exploratives, empirisches Verfahren in den teilnehmenden Unternehmen durchgeführt, um zu prüfen, inwieweit diese Ergebnisse mit denen des ersten Analyseschrittes in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse der Erhebungen wurden in die beiden Bereiche „Inhaltliche Anforderungen der digitalen Transformation für betriebliches Ausbildungspersonal“ sowie „Organisatorische Anforderungen der Zielgruppe betrieblicher Ausbilderinnen und Ausbilder“ gegliedert.

Auf Basis dieser Analyse wurde 2018 ein Weiterbildungskonzept entwickelt, welches durch ein modularisiertes Workshop-Format Ausbilderinnen und Ausbilder in ihren unterschiedlichen Rahmenbedingungen entgegenkommen sollte. Auf Basis der Erkenntnisse der Anforderungsanalyse wurden im Rahmen der Konzeption die Kompetenzen und die Inhalte für die Weiterbildung sowie das Format und die methodische Umsetzung bestimmt. Dazu wurde, neben den Ergebnissen der Anforderungsanalyse, auf einschlägige didaktische Theorien zur Curriculum-Gestaltung und zu Lehr- und Lernprozessen sowie auf Erkenntnisse und Methoden der Erwachsenenbildung zurückgegriffen.

Entsprechend des Bedarfs und der Interessenschwerpunkte, die sich aus der Anforderungs-analyse ergeben haben, wurden von Mitte 2018 bis Mitte 2019 die folgenden vier Workshops aus dem konzipierten Qualifizierungskonzept umgesetzt:

  • Workshop 1: Digitale Transformation und Auswirkungen auf die Facharbeit
  • Workshop 2: Prozessmanagement für Fachkräfte
  • Workshop 3: Prozessorientiert ausbilden mit Tutorials
  • Workshop 4: Digitale Medien im Ausbildungsalltag

Teilnehmende waren dabei vor allem Ausbilderinnen und Ausbilder sowie ausbildende Fachkräfte aus den beteiligten Partnerunternehmen, die Teilnahme stand aber auch Mitarbeitenden und Interessenten der RWTH Aachen und anderen Institutionen offen. An der Entwicklung und Umsetzung der Workshops waren jeweils 10 (WS1), 16 (WS2), 11 (WS3) und 12 (WS4) Ausbilderinnen und Ausbilder sowie ausbildende Fachkräfte beteiligt.

Ergebnisse

In den Ergebnissen der gesamten Evaluationen aller Workshops zeigte sich, dass die Teilnehmenden bei Workshop 2 den besonders hohen Praxisbezug hervorhoben, wogegen in Workshop 1 besonders die Inhalte positiv bewertet wurden. Workshop 3 zeichnete sich laut den Ergebnissen der Evaluation durch einen hohen Anteil selbstständiger Arbeit und weniger Input-Phasen aus. In der ausführlicheren Evaluation von Workshop 4 zeigte sich eine allgemein sehr positive Sicht der Teilnehmenden auf die Maßnahme: So wurden auf einer Skala von 1 (entspricht keiner Zustimmung) bis 7 (entspricht voller Zustimmung) im Durchschnitt deutlich über 5 Punkte vergeben. Besonders positiv wurde der Nutzen für den Beruf gesehen und die Weiterempfehlung des Workshops an Kolleginnen und Kollegen sprach eindeutig für eine Fortsetzung dieser Workshops.

Ein zentrales Ziel der Workshops war der Transfer-Erfolg, was bedeutet, dass die Teilnehmenden die Inhalte aufrechterhalten, generalisieren und erfolgreich anwenden sollten. Dieser Aspekt wurde durch das angepasste Evaluationskonzept in Workshop 4 gemessen. In der Erhebung für Workshop 4, drei Monate nach Ende des Workshops, zeigte sich, dass das Gelernte auf neue Situationen übertragen wurde, es jedoch zum Teil Probleme in der direkten Anwendung der Inhalte gab. Die domänenspezifische Handlungskompetenz in Bezug auf digitale Medien (z. B. Initiative, Selbstsicherheit, fachliche Fundierung, Überzeugung) wurde deutlich gestärkt. Auch im Wissensverlauf zu den im 4. Workshop vorgestellten Medien zeigte sich ein Kompetenzwachstum durch den Workshop, der auch drei Monate nach dem Workshop aufrechterhalten werden konnte. In Bezug auf die präsentierten digitalen Medien gab es unterschiedliche Ausgangslevels. Entsprechend zeigte sich das größte Wachstum bei denjenigen mit den niedrigsten Ausgangswerten.

Die Ergebnisse der Evaluation zeigten ein Kompetenzwachstum in allen durch den Workshop adressierten Kompetenzbereichen und eine Aufrechterhaltung der Kompetenzen drei Monate nach Ende des Workshops. Während die entwickelten Kompetenzen auf neue Situationen übertragen wurden, zeigten die Ergebnisse eine geringere Ausprägung bei der direkten Anwendung der Workshop-Inhalte. Die domänenspezifische Handlungskompetenz in Bezug auf digitale Medien (z. B. Initiative, Selbstsicherheit, fachliche Fundierung, Überzeugung) wurde deutlich gestärkt.

 

Projektpartner

Umsetzungspartner
Jacobi Autoteile GmbH
Korr Tischlerhandwerk
MEK GmbH
QualiTec GmbH
Gemeinschaftslehrwerkstatt der Industrie von Velbert und Umgebung e.V. (GLW)
Starrag Technology GmbH
WILO SE

Value Partner
Mies-van-der-Rohe-Schule, Aachen
Hans-Böckler-Berufskolleg, Köln
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
VDMA - Produktion NRW
Handwerkskammer Aachen
IHK NRW | Industrie- und Handelskammern in NRW
Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V.

Fachliche Begleitung
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH
Regionalagentur Aachen
Die Regionalagenturen in NRW

Förderlogos Projekt ADiTPro²