Passenger well-being in highly automated vehicles

  • Wohlbefinden von Insassen hochautomatisierter Fahrzeuge

Sauer, Vanessa Christine; Nitsch, Verena (Thesis advisor); Klarmann, Martin (Thesis advisor)

Aachen (2020)
Doktorarbeit

Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2020

Kurzfassung

Durch technische Fortschritte in der Fahrzeugautomatisierung ist eine Markteinführung von hochautomatisierten Fahrzeugen innerhalb des nächsten Jahrzehnts realistisch. Zunehmende Fahrzeugautomatisierung ermöglicht es dem Fahrer, die Fahraufgabe und Überwachung auch für längere Fahrabschnitte an das Fahrzeug abzugeben und sich stattdessen Nebentätigkeiten zu widmen. Diese Veränderung des Fahrverhaltens wird sich auch auf die Nutzeranforderungen auswirken, sodass das Fahrerlebnis in einem automatisierten Fahrzeug stärker ganzheitlich zu betrachten sein wird. Ein Ansatz zur ganzheitlichen Betrachtung des automatisierten Fahrerlebnis aus Nutzerperspektive ist die Betrachtung des subjektiven Wohlbefindens der Insassen. Diese Arbeit untersucht das Konzept von Wohlbefinden im Kontext automatisierten Fahrens und prüft subjektive und objektive Messinstrumente, um das Wohlbefinden der Insassen in verschiedenen Studien und während des automatisierten Fahrerlebnis reliabel und valide messen zu können. Ausgehend von diesen Ergebnissen und dem bisherigen Stand der Technik wird ein Modell von Determinanten des Wohlbefindens der Insassen beim automatisieren Fahren entwickelt. Dazu wurden empirische Studien durchgeführt, um die Rolle einzelner Modellelemente zu untersuchen. Das resultierende Modell schließt physische und technische Merkmale des Fahrzeugs ein, die das Wohlbefinden durch zwei Verarbeitungsrouten beeinflussen. Ein Fahrzeugmerkmal kann sich direkt auf das Wohlbefinden auswirken (periphere Verarbeitung) oder eine indirekte Auswirkung durch Mediatoren haben (zentrale Verarbeitung). Als Mediatoren wurden neun Nutzerbedürfnisse identifiziert, die sich in utilitaristische und hedonische Bedürfnisse aufteilen lassen. Der Einfluss von Fahrzeugmerkmalen auf das Wohlbefinden wird durch Nebentätigkeiten, die während der Fahrt durchgeführt werden, und individuelle Nutzercharakteristika moderiert. Das resultierende Modell ist durch zwei empirische Studien teilvalidiert. Das Modell von Determinanten des Wohlbefindens der Insassen beim automatisierten Fahren bietet einen Rahmen für die nutzerzentrierte Entwicklung von automatisierten Fahrzeugen. Des Weiteren werden Implikationen und Vorschläge für die Gestaltung solcher Fahrzeuge abgeleitet.

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