simply better work

Projekte


„Professionelle Mobilitätsberatung für multimodale Verkehrsangebote im Kontext der Elektromobilität“


Laufzeit: 01.12.2013 bis 28.02.2018

Laufzeit des ersten Verbundprojektabschnitts: 01.12.2013 bis 28.02.2015

Übersicht
Mobilitätsberatung für optimale Nutzung der Mobilitätsangebote mit Elektromobilität

Bereits heute bewegen sich die Menschen „multimodal“. Jedoch sind die derzeitigen Beratungsangebote fokussiert auf die Wegbeschreibung von A nach B. Eine Beratung, die eine differenzierte Nutzung von Mobilitätsangeboten speziell mit Elektromobilität betrachtet und auch auf die Änderung des Mobilitätsverhaltens abzielt, gibt es derzeit nicht. Z.B. gibt es keine Angebote für Senioren, die bisher den ÖPNV selten oder gar nicht genutzt haben, für die aber mit zunehmendem Alter der ÖPNV in Kopplung mit Carsharing eine Alternative zum eigenem PKW darstellt. Soll Deutschland nicht nur Leitanbieter für Elektromobilität werden sondern auch Leitmarkt für Mobilität, dann ist es umso wichtiger alle Akteure im Bereich Elektromobilität (Verkehrsbetriebe, Stadtwerke, Carsharing Betreiber etc.) auf den Wandel vorzubereiten.

Zielsetzung
Übergreifendes Ziel des Verbundprojektes ProMobiE ist die Verbreitung und die Erhöhung der Nutzung multimodaler Mobilitätsangebote mit Elektromobilität durch professionelle Mobilitätsberatung der Kunden von Verkehrsbetrieben. Dazu gehört die Entwicklung von situationsgerechten Beratungsdienstleistungskonzepten sowie die Entwicklung der dazu gehörigen Weiterbildungskonzepte. Hierfür wurden in der ersten Projektphase Anforderungskataloge erstellt, um auf dieser Basis Gestaltungsansätze für neue Mobilitätsberatungsdienstleistungen und entsprechende Qualifizierungen entwickeln zu können.
Das IAW übernimmt dabei in Kooperation mit dem Institut für Erziehungswissenschaft (EZW) der RWTH Aachen die Analyse der Beratungsdienstleistungen in den verschiedenen Modellbetrieben. Dazu wurde neben umfangreichen Dokumentenanalysen ein Workshop-Konzept für die Erhebung der Beratungssysteme in den Unternehmen entwickelt und mit den Experten aus der Beratung durchgeführt. Dabei wurden aktuelle Anforderungen die bereits im Beratungsalltag vorkommen aufgenommen und neue Anforderungen abgeleitet, die hauptsächlich durch neue Technologien und neue Mobilitätsangebote entstehen.
Das Ergebnis einer Beratung ist meist nicht eindeutig, sondern hängt von der nicht vorhersehbaren Gewichtung einzelner relevanter Aspekte ab. Aus den Erhebungen wurde auch deutlich, dass Beratung im ÖPNV stets ein Abwägen zwischen verschiedenen Anforderungen bedeutet. Diese sind in der Grafik vor dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsdreiecks dargestellt. Diese Abbildung verdeutlicht die in der Erhebung genannten Inhalte von Zielkonflikten in den Dimensionen Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie. Diese Konflikte, die hier nur auszugsweise dargestellt werden können, führen zu einer hohen Komplexität der Beratung. Eine eindeutig beste Lösung in der Beratung ist vor diesem Hintergrund nicht möglich. Vom Beratenden aber auch vom Kunden wird somit ein Abwägungsverhalten bezüglich der unterschiedlichen Anforderungen gefordert.
Erste Erkenntnisse aus den Erhebungen sind, dass die Qualifikationen der Beratenden sehr unterschiedlich sind und es keine einschlägigen Weiterbildungsangebote für multimodale Beratung im ÖPNV gibt. Die bisher stattfindenden multimodalen Beratungen basieren stets auf individuellem Einsatz der Beraterinnen und Berater über das geforderte und geförderte Maß hinaus. Auf Basis dieser guten Beispiele, konnten erste Charakteristika multimodaler Beratung herausgearbeitet werden. Nach den Erhebungen zum Beratungssystem wurden in einem weiteren Schritt umfangreiche Interviews durchgeführt, die die individuellen Lösungsstrategien der Beraterinnen und Berater untersuchen. Bei dieser Untersuchung auf Prozessebene ging es um mögliche Lösungsansätze, das Aufdecken von Hindernissen und Problemen in der Beratung und eine Systematisierung des Ablaufs von Beratungsgesprächen im ÖPNV. Diese Erkenntnisse lieferten dann zusammen mit den Erhebungen zum Beratungssystem aus den Workshops eine sehr gute Basis für die Erstellung des Anforderungskatalogs für die Beratung.
Auf Basis der erstellten Anforderungskataloge für die multimodale Mobilitätsberatung werden noch im weiteren Projektverlauf fehlende Weiterbildungsangebote zur Qualifizierung von Mobilitätsberaterinnen und Mobilitätsberatern entwickelt, durchgeführt und evaluiert.

Projektträger
ProMobiE ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt im Förderschwerpunkt „Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität“. Im Auftrag des BMBF übernimmt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Projektträgerschaft (PT-DLR).

Projektpartner

VDV-Akademie (Verbundkoordinator)
Institut für Erziehungswissenschaft (EZW) der RWTH Aachen University
Lehrstuhl und Institut für Arbeitswissenschaft (IAW) der RWTH Aachen University
Prospektiv GmbH
Bochum Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA AG)
Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV)
Stadtwerke Baden- Baden, Verkehrsbetriebe
üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft


Valuepartner

Cambio Aachen, StadtteilAuto Carsharing GmbH
Hamburger Hochbahn AG
HEAG mobilo GmbH
Stadt Aachen
VCD – Verkehrsclub Deutschland e.V.

Projekt-Webseite
www.promobie.de/

Kontakt
Ansprechpartner: Prof. Dr.phil. Martin Frenz, Dipl.-Gwl. Axel Kaufmann, Dipl.-Gwl. Philipp Müller